#KaffeeSatz Nr. 103

Freude aufs Neue ist besser als Trauer ums Alte!

Brigitte Ciraudo

Wie oft hast Du diesen Satz schon gehört: „Du musst Altes loslassen, damit Platz für Neues entstehen kann.“?

Ja, das stimmt. Ist im Kopf angekommen; haben wir verstanden.
Aber gibt es eigentlich etwas Schwierigeres, als Loszulassen?
Ob das nun Menschen, Dinge oder Gewohnheiten sind.
Wir tun uns so unglaublich schwer mit dem Loslassen.

Altvertraute Dinge oder Gewohnheiten vermitteln uns Sicherheit. Sie haben vor vielen Monaten, sogar Jahren den Weg in unser Leben gefunden und uns begleitet. Die einlullende Routine hat uns Trost und Halt gegeben. Und sie hat sich durchaus auch eine ganze Weile bewährt. Nach einer gewissen Zeit haben wir allerdings festgestellt, dass das alles nicht mehr wie geschmiert läuft, wir müssen uns regelrecht anstrengen, um die alten Muster noch aufrecht zu erhalten.

Wir erkennen irgendwann vielleicht sogar den Fehler im System, dass diese alten Dinge oder Muster uns nicht mehr dienen oder sogar schaden. Wir erkennen das und wissen tief in unserem Inneren, dass die Zeit für einen Abschied gekommen ist.

Ich möchte diesen Ablöseprozess anhand eines sehr einfachen Beispiels zeigen:

Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn Du Dir einen neuen Blumenstrauß gekauft hast, Dich an Farben und Duft erfreust und die Vase mit den Blumen dorthin stellst, wo Du sie am häufigsten sehen und bewundern kannst. Nach 1-2 Wochen lässt eine Blume nach der anderen den Kopf hängen, der Strauß wird welk und fängt an zu stinken.

Du nimmst etwas weg, sortierst um, gibst frisches Wasser, vielleicht ein paar frische Zweige oder Dekoration hinzu, aber der Strauß wird einfach nicht mehr so wie er war.

Irgendwann entscheidest Du Dich schweren Herzens, das alte Gestrüpp wegzuwerfen, weil es einfach nicht mehr dient, Dir nicht mehr dient, es erfreut Dich nicht mehr.
Und wenn die Vase dann leer ist, entsteht ein Vakuum. Es entsteht leerer, nackter, kahler Raum; es fehlt einfach etwas.
Doch so sehr das Vakuum uns auch traurig macht und ängstigt, es schafft Raum und Platz für Neues.

Das Neue wird eingeladen, Platz (ein-) zu nehmen. Es darf sozusagen ein neuer Blumenstrauß her. Wir haben für Neues Platz gemacht, das uns mehr erfreut und mehr dient.
Die Metapher mit dem Blumenstrauß ist natürlich extrem vereinfacht. Aber Du kannst sie durchaus auch bei viel komplizierteren Situationen anwenden.

Sehr gut geeignet sind zum Beispiel auch:

  • Alte Vorstellungen, wie etwas zu sein oder zu funktionieren hat: „Das haben wir schon immer so gemacht!“ – In Ordnung, dann machen wir es jetzt eben mal anders!
  • Alte Muster – Ob Beziehung, Erziehung, usw. – wenn Dein Partner, Dein Kind, Dein Kollege auf gewisse Dinge nicht mehr oder nur noch negativ reagiert, solltest Du vielleicht etwas an Deiner Kommunikation ändern.
  • Alte Verhaltensweisen – Ernährung, Sport, usw. – Wenn Du gesund und schlank werden möchtest und es klappt mit der alten Methode nicht mehr, solltest Du eine neue Methode ausprobieren, also Dein Verhalten ändern.
  • Eine Liebe, die bis jetzt Deine volle Aufmerksamkeit und Energie gefordert hat, aber nichts zurückkam. – Sorry, aber da reitest Du noch auf einem toten Gaul.

Das Wichtigste bei solchen Ablöseprozessen ist, dass wir aus dieser „Angst vor dem Neuen-Starre“ herauskommen. Die Angst vor Neuem kann uns regelrecht lahmlegen. Dann bewegen wir uns lieber in der altvertrauten braunen Gülle, als auch nur einen Schritt hinauszuwagen.

Aber was kann schon passieren?
Es könnte gut werden?
Wir könnten Erfahrungen sammeln?
Wir könnten aktiv leben?
Es könnte uns besser gehen als vorher?

💫

Bezogen auf den Jahreswechsel, denke ich, dass die meisten von uns kein Problem damit haben, zu sagen: „Ich lasse das Jahr 2020 einfach ziehen – das war alt und blöd.“

Aber lassen wir es wirklich so einfach ziehen oder hängen wir doch noch in der Starre fest und warten, dass alles so wird wie früher?

Über eines sind wir uns, denke ich, alle einig: es wird nie mehr wie früher!

Wir müssen und dürfen umdenken und selbst aktiv werden.
Kein Warten mehr, dass alles von alleine besser wird. Mit den alten Methoden und Mustern wird es das sicherlich nicht.
Kein Warten mehr auf andere, die das schon für Dich richten werden. Niemand richtet etwas für Dich, außer Dir selbst!

Komm’ raus aus der Starre und lass’ wieder frischen Wind in Dein Leben! Vielleicht wird es ein frischer, durchaus stürmischer Wind! Aber er weckt Dich auf, wirbelt einiges durcheinander, mischt Dich auf, bringt wieder Leben in Deine Trägheit.

Mach was! Tu’ was! Lass’ Dich umher wirbeln!

Nur komm’ aus deiner Trägheit/Starre raus und schaffe Platz für Neues!

Denn Freude aufs Neue ist besser als Trauer ums Alte! 😉💫

***

– Hast Du Dich in einem der aufgezählten (Verhaltens-) Muster wiedergefunden?

– In welcher Phase steckst Du gerade?

– Wo willst Du hin?- Was willst Du tun?

– Wie kann ich Dich dabei unterstützen, damit Du aus Deiner Starre herauskommst?

Melde Dich, wir finden es gemeinsam heraus!