#KaffeeSatz Nr. 72

Es gibt nur einen Weg um Kritik zu vermeiden:

Tue nichts,
Sage nichts,
Sei nichts!

– Aristoteles

Ja, aber unbedingt! Vermeide alles, was dir auch nur den Hauch einer Kritik einbringen könnte. 
Kritik tut doch so weh. Am besten, du hältst dich immer schön im Hintergrund und unbedingt an Aristoteles’ Rat: tue nichts, sage nichts und sei nichts.

Dann bist du auf der sicheren Seite. Wer nichts tut oder sagt wird auch nicht kritisiert. So einfach ist das.

Es sei denn, du gehörst zu der ganz mutigen Sorte Mensch und sagst: „Egal, ich mach das jetzt einfach mal. Ich weiß nicht, wie es wird, im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung.“

Oder du sagst: „Ich kann einfach nicht anders, ich muss das jetzt mal sagen!“
Oder: „Ich muss da jetzt mal einschreiten und helfen!“

Und wer etwas tut, macht zwangsläufig Fehler.
Wer nichts tut, sieht einfach zu, wie die anderen Fehler machen und erhebt dann den Finger.

Viele Menschen müssen sich zur Zeit viel Kritik gefallen lassen; Politiker, Ärzte, Pflegekräfte, Wissenschaftler, Journalisten usw.

Manchmal fragt man sich wirklich, wie die das auf Dauer aushalten. Das muss doch furchtbar am Selbstwertgefühl nagen. Wie schaffen sie es trotzdem weiterzumachen? Wie gehen sie mit dieser Kritik um?

Von Vorteil ist jedenfalls, wenn man weiß, wer man ist und was man leistet, also seinen Selbstwert kennt und sich seines Selbst bewußt ist. 

Und letztendlich die Kritik annimmt, als das, was sie ist: lediglich die Meinung und Einschätzung eines anderen Menschen. In der Regel weiß der Kritiker meistens gar nicht wovon er spricht. Er ist in dem Metier nicht zuhause, weiß es aber trotzdem in der Theorie immer besser. Er weiß, was und wie man alles hätte besser machen können.

Wir kennen das vom Fußball. Da sitzen die wahren Profis auch im Fernsehsessel oder stehen am Spielfeldrand.
Die hätten die Mannschaft auch gaaaanz anders aufgestellt, sie hätten das Spiel viel besser gepfiffen und selbstverständlich hätten sie viel mehr Tore geschossen (oder gehalten, je nachdem … oder beides auf einmal)

Es geht nicht darum, ob das alles richtig oder falsch, wahr oder unwahr ist, was diese Menschen tun oder sagen. Es geht um die Anerkennung dafür, dass sie überhaupt den Mut haben, aufzustehen und etwas tun bzw. sagen.

Theodor Roosevelt hat das ganz hervorragend in diesen wunderbaren Zeilen auf den Punkt gebracht:

«Nicht der Kritiker zählt; nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht, wie der Starke fällt oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können.
Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht staubig und verschwitzt und voller Blut ist; der sich wacker bemüht; der sich irrt, der wieder und wieder scheitert, weil es kein Bemühen ohne Fehler und Schwächen gibt; aber der sich tatsächlich bemüht, Taten zu vollbringen; der grossartige Begeisterung, grossartige Hingabe kennt; der seine Kraft auf eine ehrenwerte Sache verwendet; der im besten Falle am Ende den Triumph einer großen Leistung kennt und der, im schlimmsten Falle, sollte er scheitern, zumindest bei einem kühnen Versuch scheitert, so dass sein Platz nie bei den kalten und furchtsamen Seelen ist, die weder Sieg noch Niederlage kennen.»

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