#KaffeeSatz Nr 65

Zieh dir nicht gleich jeden Schuh an!
Die meisten drücken oder sind zu groß.

Die Schwestern von Aschenputtel konnten wahrscheinlich ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, einen nicht passenden Schuh anzuziehen. Die eine hackte sich den großen Zeh und die andere die Ferse ab, nur damit der Schuh passt und sie den Prinz heiraten konnten.

Sich in falsche Schuhe zu zwängen, davon handelt unter anderem mein heutiges Thema: also von der Gefahr, sich fremde Schuhe anzuziehen bzw. anziehen zu lassen und vom Gegenteil: sich niemals einen anderen Schuh anzuziehen (im übertragenen Sinne natürlich).

Es gibt manche Menschen, die ziehen sich wirklich jeden Schuh an. Bedeutet, sie tragen die Last der anderen mit und fühlen sich schuldig, wenn diese in Schwierigkeiten geraten. „Ich bin schuld, dass es meiner Mutter jetzt so schlecht geht, ich hätte sie öfter besuchen sollen…“ oder
„Weil ich meinen Kollegen öfter wegen seiner Arbeitsweise kritisiert habe, ist er jetzt depressiv geworden.“, usw.

Andere hingegen ziehen sich gar keinen Schuh an, das heißt sie übernehmen so gar keine Verantwortung für ihr Tun und Verhalten.

Beispiel: Aufgrund der Fehlkalkulation eines Mitarbeiters hat Dein Unternehmen im letzten Jahr rote Zahlen geschrieben, der reagiert so: „Ist doch nicht nur meine Schuld, Du hättest ja mal drüber schauen können“ oder „das kann doch mal passieren, wozu die Aufregung?“

Oder: Deine Lieblingspflanze ist eingegangen, weil die Nachbarin sie während Deines Urlaubs nicht ausreichend gegossen hat. Auch nicht ihre Schuld, das konnte sie doch nicht wissen, dass die soviel Wasser braucht, außerdem leben die anderen Pflanzen ja noch.

Solche oder ähnliche Geschichten kennst du bestimmt auch. Mit beiden Arten von Mensch gestaltet sich der Umgang recht schwierig.

Der eine, der sich jeden Schuh anzieht, überfordert sich zum Einen hoffnungslos und begibt sich zum Anderen immer in eine Märtyrer-Rolle. Er gibt sich an allem die Schuld, damit verleiht er sich zwar auch eine gewisse Wichtigkeit (die ihm im Übrigen nicht zusteht), er macht aber den Betroffenen gleichzeitig zum Opfer und entmündigt ihn regelrecht. Er entreißt ihm mit seinem Schuldeingeständnis sozusagen die Eigenverantwortung.

Der andere, der sich gar keinen Schuh anzieht, gibt die Verantwortung immer ab. Er ist nie an irgendetwas schuld. Es sind immer die anderen. Auch mit solchen Menschen ist ganz schwer zu kommunizieren. Die haben die Beschaffenheit eines glitschigen Fisches, der einem immer wieder aus der Hand gleitet. Er ist nicht greifbar.

****

Wie immer geht es im Umgang mit beiden „Artgenossen“ um die klare Kommunikation Deines Standpunktes.

Wenn Du von solchen Situationen betroffen bist: bleibe klar in Deiner Meinung, dass Dein Gegenüber sich zu viel Verantwortung zumutet oder eben zu wenig.

Wenn Du Dich selbst in einem der beiden Typen erkannt hast:
Werde Dir klar über Deine Einstellung und Dein Verhalten und finde die goldene Mitte!
Bekenne Dich zu den Dingen, die Du getan und zu verantworten hast. Aber nicht zu denen, für die Du keine Schuld und Verantwortung trägst.

Und dann passt das! Genau wie ein perfekter Schuh! 👠

****

– Zu welchem Typ tendierst Du eher?
– Ziehst Du Dir jeden Schuh an?
– Oder gar keinen?

Falls Du Dir nicht sicher bist, lade ich Dich herzlich zu einer ganz individuellen Schuhprobe ein 😉

Nimm Kontakt zu mir auf und wir finden es gemeinsam heraus.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.