#KaffeeSatz Nr. 99

Genauer gesagt sind GRUNDvertrauen und EIGENverantwortung keine Feinde, sie sind oder sollten Geschwister, die Hand in Hand nebeneinander hergehen, sein.

Es gibt eine höchst beunruhigende Tendenz, die ich in letzter Zeit beobachte, und zwar, dass sich Ur- oder Grundvertrauen und Eigenverantwortung für manche Menschen ausschließen.

Entweder sie geben sich ganz lethargisch allem komplett hin und haben offensichtlich auch noch Spaß an ihrer Unmündigkeit: „Da kann ich ja nichts dafür, dass das schief gelaufen ist, ich hab’ XY vertraut“ oder es entwickelt sich aus einer gesunden Eigenverantwortung eine Art Kontrollsucht: „Ich kann nichts aus der Hand geben, man kann sich auf nichts und niemanden verlassen, ich muss mich um jeden und alles kümmern“.

Wie wäre es mit einem gesunden Maß, einer Balance von beidem: Urvertrauen und Eigenverantwortung?

Urvertrauen heißt übrigens nicht, jemandem blind zu vertrauen. Urvertrauen bedeutet auch nicht komplette Selbstaufgabe.

Die Ab- und Aufgabe jeglicher Selbstverantwortung ist teilweise wirklich beängstigend:

„Also, der Herr Doktor hat gesagt, wir müssen sofort operieren!“

„Die Frau vom Amt hat entscheiden, dass mir dies und jenes nicht zusteht.“

„Mein Finanzberater hat mein vollstes Vertrauen, der macht das schon.“

„Ach, das mit der Umwelt regelt sich schon noch!“

Urvertrauen und Eigenverantwortung schließen sich nicht aus, sie gehen miteinander Hand in Hand.

NUR Vertrauen würde sagen: „Ach, ich vertraue einfach mal, dass schon alles gut gehen wird.“
Welch’ unbeschwertes Gemüt.

NUR Eigenverantwortung sagt:„Ich überlasse nichts dem Zufall; ich muss alles kontrollieren und selbst steuern.“
Klingt sehr anstrengend.

BEIDE zusammen sagen:

Erst die Eigenverantwortung: „Lass mich mal alles checken, dann bist Du, das Urvertrauen, dran.“

Erst checken, dann laufen lassen.

Ich vergleiche das gerne mit einer Schlittenfahrt 🛷

Ich überprüfe vor der Fahrt den Schlitten, den Verlauf der Piste, meine Kleidung.

Wenn ich dann auf dem Schlitten sitze, gebe ich mir einen Ruck und vertraue, dass alles gut gehen wird und lass’ laufen.

Das Gehirn, sprich die Eigenverantwortung, fährt natürlich mit, denn es hindert mich daran, gegen einen Baum oder in einen Abgrund zu fahren.

Vertrauen ist gut, aber eher als Grundvertrauen in den Lauf der Dinge, die wir im besten Falle selbst vorher entschieden und in Gang gebracht haben, jedoch auch bis zum Schluss Verantwortung dafür übernehmen.

Ganz nach dem Motto: Trust, but verify – Vertraue aber prüfe nach!

🛷🛷🛷

Wie ist es um Dein Urvertrauen bestellt, kannst Du gut loslassen?
Und wie fest stehst Du in der Eigenverantwortung?
Hast Du eine gute Balance aus beiden?

📝

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© by Brigitte CiraudoPsychologische Beratung & Personal Coaching 💖 🍀

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